Fundsachen | Januar ’15

Zurück von der Reise zu den Bieler Gesprächen – mit Zwischenhalt im tiefen Schnee auf mehr oder weniger hohen Bergen, in einer Buchhandlung mit Galerie, hinter deren Türen große Überraschungen warten, in der zauberhaften Stadt Lausanne mit ihren Spitzbögen und unanständigen Portalen. An Orten, wo nur Französisch gesprochen wird und wo ich so viel lieber zuhöre als rede.

Daheim habe ich das Buch von Ali Smith geöffnet, das am Abreisetag im Briefkasten lag; mit einem Blatt darin, das vermutlich in Norwegen von einem Baum geschwebt ist, von einer Birke, nehme ich an, von einer bjørk. Ganz hinten der hastig hinskizzierte Plan einer Reise, die jemand unternommen hat. Oder sich vielleicht nur vorgestellt, aber er ist wohl zu detailliert, um nur mit dem Finger auf der Landkarte in die Tat umgesetzt worden zu sein. Ich denke daran, dass ich J. nicht in Norwegen besucht habe, während sie dort studiert hat, aber ihre Postkarten sind dafür überall in meiner Wohnung. “Bergen by night” schaut mir aus vielen kleinen Fensterchen beim Schreiben zu.

Je öfter ich den Koffer – und immer wieder zu voll & zu schwer – packe, je besser ich mich auf dem Flughafen VIE zurechtfinde, je ausgebeulter der Kulturbeutel wird und je verknickter die Dokumente, desto mehr zieht es mich in die Ferne. In nächster Zeit übe ich mich darin, daheim Touristin zu sein; verstecke den Reisepass vor meiner Reiselust und stelle den Koffer dorthin, wo er Platz hat und unsichtbar ist.

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