“Sind nette Grußworte auf so einer Schmutztitelseite eigentlich noch zeitgemäß?”

DSCF5952 Im neuen Freitag ein paar Gedanken von mir über Widmungen und ihre Bedeutung.
Außerdem zu lesen: ein Beitrag von Millay Hyatt über Grußworte in Zeiten von E-Books, klug in die Zukunft gedacht.

Das ist ein toller Nebeneffekt des Schreibens, sich mit etwas vertraut zu machen, das einem vorher nicht vertraut war. Das hört nicht auf, wenn das Buch gedruckt ist, im Gegenteil: Es entwickeln sich Gespräche, die neuen Impulse und die Gedanken der anderen geben dem eigenen Blick nachträglich Tiefenschärfe (und zeigen oft auch Details auf, die einem vorher entgangen sind). Vielleicht hören Schreibprozesse nie ganz auf, arbeiten immer in einem weiter. Vielleicht kommt es vor, dass Autorinnen ihren Romanfiguren über die Jahre hinweg ähnlicher werden. Links von mir auf dem Schreibtisch liegt Oscar Wildes Salome, ein Geschenk, das mich sehr gefreut hat. Auf dem Schmutztitel eine Widmung: Meiner Schwester Mona zum 17. Lebensjahr. Rote Tinte, datiert auf 1977. In meinem Buchregal stapeln sich Bücher mit Widmungen, noch ist das Türmchen übersichtlich. Zeitgemäß, unzeitgemäß, Sammlerinnen ist sowas gleich. Dabei wollte ich nie irgendetwas sammeln, und nun bin ich scheinbar schon mittendrin.

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