Regen, Pl.

Dante schaut auf den Läuterungsberg. Gemälde von Agnolo Bronzino (1530)

Dante schaut auf den Läuterungsberg. Gemälde von Agnolo Bronzino (1530)

Es gibt Studien, die besagen, dass einige Leute fokussierter nachdenken können, wenn im Hintergrund eine niedrigschwellige und gleichbleibende Geräuschkulisse läuft.

Lärm ist blanker Horror, und Stadtlärm Horror zum Quadrat: Meine Fenster, durch die man jeden nicht abgedrehten Motor auf der Straße brummen hört? Foltergeräte! Der Spielplatz einen Block weiter? Die fehlende achte Terrasse von Dantes Läuterungsberg, der Ort, wo die unproduktiven Schriftstellerinnen gepeinigt werden! Bohrende Nachbarn, brüllende Teenager? Gehören vor den Europäischen Gerichtshof!

Aber bestimmter Lärm in bestimmten Frequenzen ist dann, erstaunlicherweise, wieder richtig gut. Lärm und andere Störgeräusche werden subjektiv als weniger laut und störend empfunden, wenn man sie mit weißem Rauschen überlagert, heißt es in der Wikipedia. Besonders gut finde ich Walgesänge oder Regengeräusche. Und weil Walgesänge auf Dauer doch zu seltsam sind, bleibt es meist beim Regen. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich Regen klingen kann. Stark und schwach, im Wind, auf Bäumen, auf Fenstersimsen. Regen im Regenwald, oder auf einem Blechdach. Spotify und YouTube haben alle vorstellbaren Arten von Regen im Programm. Nur über eines muss man sich wundern: dass es im Deutschen keine Mehrzahl für Regen gibt.

Wie sieht das in anderen Sprachen aus? Im Japanischen ist es leicht, da gibt es keine Mehrzahl und darum auch keine Einzahl.

 

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s