Schnell noch, ehe ich’s …

Lafcadio Hearn

Hearn auf Martinique, 1888

Mit Lafcadio Hearn (oder eher mit seinem Geist*) kam ich zum ersten Mal in Berührung, als ich 2005 in Japan war, wo unser lieber Reiseleiter M. uns in das Freiluftmuseum Meiji Mura mitgenommen hat. Dort steht ein Nachbau von Hearns Sommerhaus, einem kleinen Holzhaus mit Schiebefenstern und Tatamimatten. Ich habe damals seinen Namen derart falsch in mein Notizbuch geschrieben, dass er eher so klang wie der merkwürdige Spitzname eines damaligen Freundes, es war kein Konsonant an Ort und Stelle. Viel später kam ich erst dahinter, was für ein toller Typ das war, den wir da erlebt haben: eine Art Prototyp des Global Citizen, mit griechischen Wurzeln, irischer Schulkarriere (er flog wegen schlechten Betragens), amerikanischen Träumen und karibischen Sehnsüchten. Erst in Japan wollte und konnte er bleiben. Auf dem Weg dorthin hat er das Makabre und Obskure gesammelt, in Form von Geschichten, Märchen, Mythen. Er schrieb zahllose Reportagen, wunderbare Briefe und ein kreolisches Kochbuch, außerdem Romane wie Chita oder Youma, und wurde für seine Aufzeichnungen japanischer Geistergeschichten – das Kwaidan – völlig zu recht berühmt. Jedenfalls, anlässlich des Erscheinens seines Romans Youma bei Jung & Jung durfte ich für den Freitag ein Portrait zu Hearn schreiben und freue mich sehr darüber.

*Apropos: Das war ein sehr sehr schöner, sehr langer Gespenster-Abend gestern im fluc, auch & vor allem dank Wolfgang Popp, der so fantastisch liest und erzählt und fragt. Seinen Roman Wüste Welt möchte ich unbedingt empfehlen.

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