Ächzende Häuser

Neulich in Wien: hunderttausend Milliarden Blitze und die passende Lektüre für eine leuchtende Gewitternacht, in der alle Häuser ächzen und schwanken. Lesen, als wäre es Teil einer Séance. Das Buch ist mir vor Jahren im Green Apple Bookstore in San Francisco in die Arme gelaufen und wird seitdem beständig alle paar Monate wieder aus dem Regal geholt.

Es ist ein überbordendes und interdisziplinäres Buch, das viele Filme und Literaturen anzitiert, Thesen zuspitzt, übergreifend und global denkt, Gegenwart und Geschichte zusammenbringt. Dabei werden immer wieder Analogien hergestellt zwischen Haus und Körper, diese beiden Behausungen des Horrors, der sich auf verschiedene Arten äußert. Durch Verzerren der Form (“Distortion & Disproportion”), durch Vervielfältigung (“Doubles”, “Clones”), durch Verfall (“Partially and Mostly Dead”). Die vielen Fotos und Illustrationen bilden ein ganz konkretes Fundament dafür, aber auch der Text selbst ist im besten Sinn anschaulich.

Joshua Comaroff & Ong Ker-Shing
Horror in Architecture
ORO Editions

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