mischen #4

26. März 2020, 19 Uhr, format (*.strk), Wien: Heftpräsentation mischen #4

„wir müssen alle mal durch den hades / das ist nur eine frage der zeit“ – das vierte Heft von mischen fängt mit Medeas Worten (Traumfrauen / Dorina Marlen Heller) an. Was der ‚Hades‘ sein kann, durch den wir alle durchmüssen, darauf geben die Texte des Heftes unterschiedliche Antworten und werfen differenzierte Lichter auf dunkle Unterwelten. Die eigene Geschichte erzählen zu können bzw. zu dürfen und das Schreiben an sich (in Auseinandersetzung mit dem ‚Anderen‘) sind zwei Themen, mit denen sich die Figuren in den Texten der Dark Edition auseinandersetzen – am Donnerstag, dem 26. März bekommt ihr bei unserer Lesung einen Einblick in die Textwelten des Heftes.

Es lesen die mischen#4-Autorinnen:
Jana Volkmann
Barbara Rieger
Julia D. Krammer
& Hannah Bründl

… and some of us returned / and some of us did not

JENNY passiert

83286143_1329671147234399_4413245515601281024_n1. Februar 2020, Museumsquartier Wien | JENNY lässt Revue passieren. 7 Ausgaben. Davon 2 ausgezeichnet als Schönstes Buch Österreichs. 135 AutorInnen. Massig gute Gedichte. i-Punkte wie Sand am JENNY-blauen Meer.

18.30 Eröffnung in der #literaturpassage · Künstlerische Umsetzung eines Gedichtes von Cornelia Hülmbauer durch Tina Graf · Lesung der Autorin · limited edition Postkarten mit 7 Gedichten aus JENNY 1 – 7 · erhältlich à 2€ im Automaten in der Passage

19.00 Lesung im Raum D im MQ · aus JENNY 7 · mit Andra Schwarz, Christoph Michels, Mirjam Wittig, Pauline van Gemmern, Jana Volkmann, Katharina Klein · Musik Sebastian von der Thannen · Moderation Dora Kae & Bettina Scheiflinger· Eintritt freie Spende

Dagegen

Ich bin über den Sommer in eine Recherchegrube gefallen und als ich rauskam, schrieb ich diesen Artikel. Über die Proteste in Japan gegen die Olympischen Spiele – die sich u.a. gegen die Vertreibung von Obdachlosen aus Parkanlagen richten – habe ich mit William Andrews gesprochen.

Und Yu Miris Roman Tokyo Ueno Station hilft sehr, die Zusammenhänge zwischen heutiger Obdachlosigkeit, der Geschichte der Bauindustrie und den Olympischen Spielen in Japan zu verstehen.

Zu lesen im aktuellen Freitag –

W i d e r

Für den (nur mehr heute aktuellen) Freitag habe ich ein Gespräch mit Thomas Stangl geführt. Seine Erzählung “Die Toten von Zimmer 105” wird heuer mit dem Wortmeldungen-Preis ausgezeichnet; wir haben über das utopische Potenzial von Altenheimen gesprochen, über Geister und Gespenster, Ordnung und Regeln. Und über Literatur.

Weil ja am Ende nie alles in der Zeitung steht, kommt das schöne Wort Widerspiel im Text nicht vor, aber dafür der Widerstand. Bei einem Spaziergang durch den Dritten Bezirk, durchs Ungargassenland in Richtung Universität für Musik und Darstellende Kunst, war der mir kurz zuvor schon mal entgegengesprungen. Auch in einer möglicherweise bescheidenen beziehungsweise wenig illusorischen Form, aber man weiß ja nie, wen man so trifft mit den Worten, die man aus dem Fenster und in die offene Straße hängt.

Ich freue mich, dass der Text viel Raum bekommen hat. Nachzulesen ist er hier.

Ich habe früher in der Leopoldstadt gewohnt. Auf meinen Spaziergängen durch das früher jüdische Viertel habe ich versucht, zu sehen und in Literatur zu übersetzen, was mit diesen Räumen und in diesen Räumen passiert ist. Auch etwas zu vergegenwärtigen, was sich dieser fürchterlichen und katastrophalen Geschichte entgegensetzen lässt. Bei meiner Idee von Gespenstern geht es immer um eine Vergegenwärtigung, die auch eine Form von Widerstand gegen historische Gewalt sein kann – sagen wir mal: eine bescheidene Form von Widerstand. Bescheiden ist auch das falsche Wort. Ein Widerstand ohne große politische Illusionen.

 

Nudeln

Für den aktuellen Freitag habe ich eines der interessanten Bücher besprochen, die ich seit langem gelesen habe: Ihr Körper und andere Teilhaber von Carmen Maria Machado. Eine Geschichte daraus – “The Husband Stitch”, in der deutschen Übersetzung von Anna-Nina Kroll “Der Extrastich” – war schon vorab online beim Granta Magazine zu lesen und hat mich beeindruckt, entsprechend groß waren die Erwartungen (lies: die Fallhöhe). Der Band misst sich aber mühelos an allen Skalen, die man ihm hinhält. Oder springt drüber. Oder beißt in die Hand, die das Maßband ansetzt.

Na, jedenfalls, lesen Sie doch Zeitung & Buch, das ist beides keine Zeitvergeudung, und denken Sie an mich, wenn Sie das nächste Mal Nudeln essen.

Machado

Carmen Maria Machado
Ihr Körper und andere Teilhaber
Aus dem amerikanischen Englisch von Anna-Nina Kroll
Tropen Verlag