Is it possible to get a night flight?

dahinter und davor

Danke, Papa!

Für den aktuellen Freitag (beste Wochenzeitung Europas) durfte ich über Sentas und meine Tour d’Autriche schreiben, die uns im im Auftrag des Büchereiverbandes in neun Bundesländer, über hundert Berge und durch tausend Wälder geschickt hat, vorbei an immerhin mehreren Seen und in einen hinein.

Zwischen der womöglich krankhaften Neigung, anderen Menschen Bücher zu empfehlen, und dem nackten Horror, dass dabei tatsächlich Publikum anwesend ist, physisch, ist Raum für großes Glück und zahlreiche Entdeckungen. Ich habe auf der ganzen Tournee nur einmal einen Zug verpasst, wir hatten wunderbar schlaflose Nächte in den Hotelzimmern, die man eben so bekommt, wenn man zu spät bucht, und haben vor allem wieder sehr viel lernen dürfen darüber, wie Büchereien große und kleine Ortschaften zusammenhalten. Was all das mit Tilda Swinton und Fibonacci zu tun hat, steht dann im Text.

Ächzende Häuser

Neulich in Wien: hunderttausend Milliarden Blitze und die passende Lektüre für eine leuchtende Gewitternacht, in der alle Häuser ächzen und schwanken. Lesen, als wäre es Teil einer Séance. Das Buch ist mir vor Jahren im Green Apple Bookstore in San Francisco in die Arme gelaufen und wird seitdem beständig alle paar Monate wieder aus dem Regal geholt.

Es ist ein überbordendes und interdisziplinäres Buch, das viele Filme und Literaturen anzitiert, Thesen zuspitzt, übergreifend und global denkt, Gegenwart und Geschichte zusammenbringt. Dabei werden immer wieder Analogien hergestellt zwischen Haus und Körper, diese beiden Behausungen des Horrors, der sich auf verschiedene Arten äußert. Durch Verzerren der Form (“Distortion & Disproportion”), durch Vervielfältigung (“Doubles”, “Clones”), durch Verfall (“Partially and Mostly Dead”). Die vielen Fotos und Illustrationen bilden ein ganz konkretes Fundament dafür, aber auch der Text selbst ist im besten Sinn anschaulich.

Joshua Comaroff & Ong Ker-Shing
Horror in Architecture
ORO Editions